Was sind Werte? Wo und wie werden in Österreich welche Werte von wem gelebt?

Wessen Werte werden anerkannt, wessen weniger? Welchen Werten vertraut wer?

Sind es verlässliche Leistungen oder immer weitere Profite, die uns Sicherheit geben?

Wessen Werte werden mehr unterstützt, pragmatische oder pathetische?

Wie kann sich eine moderne und global ausgerichtete Gesellschaft in Österreich mit ihren Normen und Werten definieren und dabei allen ihren Bewohnern gerecht werden? Welche Werte und Normen machen eine Gesellschaft für alle akzeptabel, damit sie als stabiles soziales Gefüge bestehen und sich den erforderlichen Bedingungen entsprechend entwickeln kann?

Oder sind österreichische Werte im Handwerk, in der Landschaft, in gesunder Natur und Lebensmitteln, im Verhalten eines Menschen oder als Gesellschaft und in Nationalismen „beheimatet“?

„Meistens belehrt uns erst der Verlust über den Wert der Dinge.“

Arthur Schopenhauer

Eine offene Gesellschaft ermöglicht den Meinungsaustausch, um Kulturen zu verändern. Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie religiöse Neutralität sind von grundlegender Bedeutung für den Konsens unserer Grundwerte.

In einer demokratischen Gesellschaft bedarf es der Kultur des Streitens. Diese weiß sachdienliche und produktive Kräfte einer rednerischen Auseinandersetzung zu nutzen. Vernünftige Streitkultur misst sich an vernünftigen Regeln:

  • Der Gegenpartei wird zugestanden, eine andere Meinung zu haben.
  • Diese wird durch rhetorische Argumentation vertreten.

Die Problemfelder und Bedrohungen der offenen Gesellschaft wurden von Sir Karl Popper (1902?1994) in 3 Paradoxa definiert:

Es gibt ein Paradoxon der Freiheit:
Sie ist nur in Grenzen möglich. Grenzenlose Freiheit hebt sich auf.

Es gibt ein Paradoxon der Toleranz:
Grenzenlose Toleranz, die auch die Intoleranten einschließt, beinhaltet die Gefahr, dass die In-toleranten die Toleranz abschaffen.

Es gibt ein Pradoxon der Demokratie:
Wenn die Mehrheit des Volkes eine undemokratische Partei wählt, ist die Demokratie vorbei.

Wie definiert sich eine Gesellschaft in Österreich mit ihren Normen und Werten?

Im Vertrag über die Europäische Union (in der Fassung des Lissabonner Vertrags) werden die Werte in Artikel 2 erwähnt: „Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet“.

Ziel

Etablierung einer Debattenkultur die, die Gefahren einer gespaltenen Gesellschaft für die offene Gesellschaft ernst nimmt, und Meinungen diskutiert und nicht die Träger einer Meinung angreift.

Überwindung der Polarisierung in der öffentlichen Debatte durch Freiheit im Gespräch, Freiheit in der Diskussion, Respekt im gegenseitigen Austausch unterschiedlicher Standpunkte, um sich wieder auf einen gemeinsamen Nenner einigen zu können, selbstkritisch und den Menschen zugewandt.

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